Kompetenzzentren Leben und Pflegen zu Hause

Hochaltrigkeit gehört heute in Deutschland zur gesellschaftlichen Normalität. Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter in Selbständigkeit, wobei ab dem 80. Lebensjahr das Risiko zunimmt, hilfs- und pflegebedürftig zu werden. Aber auch mit zunehmender Hilfsbedürftigkeit ist ein gutes Leben möglich, soweit die erforderliche Unterstützung rechtzeitig sichergestellt wird. Hierbei möchte der Arbeiter-Samariter-Bund hochaltrige Menschen mit Unterstützungsbedarf noch intensiver und qualifizierter unterstützen als bisher. Zentral ist hierbei die frühzeitige und wohnortnahe Information und Beratung über Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Mit dieser Beratung und dem Einsatz niederschwelliger Hilfsangebote, kann es hilfsbedürftigen Menschen ermöglicht werden, das Leben nach eigenen Wünschen zu gestalten und eine stabile Lebenssituation sicherzustellen. Der Arbeiter-Samariter-Bund strebt dabei an, die regionalen Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen zu Kompetenzzentren weiterzuentwickeln, die Menschen mit Hilfebedarf dort beraten und unterstützen können, wo sie es wünschen. Das verbandsinterne Bundesmodellprojekt wird gegenwärtig von 5 Landesverbänden an insgesamt 11 Standorten durchgeführt. Dies sind:

• in Sachsen Leipzig und Neustadt,

• in Hamburg die Stadtteile Eidelstedt Flottbek und Jenfeld,

• in Hessen Karben und Offenbach,

• in Nordrhein-Westfalen Münster sowie

• in Rheinland-Pfalz Mainz, Ludwigshafen und Primasens.

Um als Kompetenzzentrum anerkannt zu werden, müssen die in Frage kommenden Einrichtungen und Dienste grundsätzlich nachfolgende Einrichtungsdefinition erfüllen. Die „ASB Kompetenzzentren - Leben und Pflegen zu Hause" sind ASB-Pflegeeinrichtungen und –dienste, die mit einem eigenständigen qualifizierten Beratungsangebot über die eigenen Leistungen hinausgehend beraten. Sie sind direkt vor Ort, arbeiten quartiersbezogen und beraten ganzjährig alle hilfsbedürftigen Menschen bedarfsgerecht. Sie halten verschiedene Angebotsformen zur Hilfe und Unterstützung unter dem eigenen Dach ganzjährig vor, die über das eigentliche Leistungsspektrum der Einrichtung hinausgehen und vernetzen diese im Quartier. Die Einrichtung und alle eingegliederten Angebote müssen in ein verbandseigenes Kundenmanagementsystem eingebunden sein. Die umfassende Beratung ist so sicherzustellen, dass diese örtlich nach denselben Standards, demselben Informationsstand und mit gleichen Empfehlungen durchgeführt wird. Die Beratung folgt den fachlichen Standards der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management e.V. Hierfür wurden für alle Projektstandorte seit 2016 Case- und Care-Manager ausgebildet.

ASB als Lotse für die Pflege zu Hause

ASB baut bundesweit Kompetenzzentren auf - Landesverband Sachsen federführend bei Konzeption

85 Prozent der Menschen ab 85 Jahren leben heute noch im eigenen Haushalt, und über 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden von Angehörigen und/oder Hilfsdiensten zu Hause betreut. Ein erfülltes Leben bis ins hohe Alter, möglichst in der eigenen gewohnten Umgebung, wer wünscht sich das nicht? Die passenden Unterstützungsangebote dafür zu finden, ist allerdings nicht immer leicht. Oft läuft man als Betroffener oder Angehöriger dafür von Pontius zu Pilatus oder bekommt heiße Ohren vom vielen Herumtelefonieren. Die Vielfalt im Internet hilft da oft auch nicht weiter. Hier setzt nun der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) an und richtet Schritt für Schritt bundesweit „ASB Kompetenzzentren Leben und Pflegen zu Hause" ein. Die Informationszentren, untergebracht an Standorten von ASB-Pflegeeinrichtungen oder -diensten, beraten quartierbezogen hilfsbedürftige Menschen umfassend und vermitteln dabei das gesamte Hilfsangebot aller Anbieter, nicht nur das des ASB. Eigens geschultes Personal aus Pflegefachkräften und diplomierten Sozialpädagogen sorgt dafür, dass eine optimale und vor allem bedarfsgerechte Beratung stattfindet.

In Sachsen wurde ein erstes dieser Zentren in der Leipziger ASB-Pflegeanlage „Am Sonnenpark" eingerichtet. Dorthin lud der ASB Sachsen vor kurzem zu einer Fachtagung ein. Zwei Tage lang beschäftigten sich Geschäftsführungen, Bereichsleitungen im Bereich Pflege sowie Pflegedienst- und Heimleitungen des ASB aus ganz Deutschland intensiv mit dem Konzept der Kompetenzzentren sowie den neuesten Entwicklungen bei der Pflege. „Schon seit einem Jahr feilen wir an der Umsetzung unseres Zentrenkonzepts. Außerdem wollen wir die Zentren als eigene Marke etablieren", berichtet Uwe Martin Fichtmüller, Geschäftsführer des ASB Sachsen. „Die Tagung brachte alle auf den neuesten Stand und informierte vor allem über die Arbeit der bereits eingerichteten Kompetenzzentren." Der ASB Sachsen betreut federführend von Dresden aus das bundesweite Modellprojekt des ASB-Bundesverbandes. „Wir wollen schnell, unkompliziert und unbürokratisch älteren Menschen lotsengleich die besten Lösungen für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben auch bei Hilfs- und Pflegebedürftigkeit vermitteln", so Fichtmüller. „Wir legen dabei großen Wert darauf, dass den Betroffenen eine Kontinuität in ihren individuellen Lebens- und Wohnformen ermöglicht wird, aber auch eine größtmögliche Selbstbestimmtheit, Selbstständigkeit, Selbstachtung sowie Geborgenheit, und dies auch, wenn eine intensive Pflege und Betreuung nötig ist. Im Fokus haben wir mit unserem Beratungsangebot vor allem die über 75-Jährigen und ihre Angehörigen."

Im Zuge des Projektes wird auch eine bundesweite Service-Hotline eingerichtet, die rund um die Uhr 365 Tage im Jahr erreichbar ist. „Mittels eines ausgeklügelten Kundenmanagementsystems wird für die deutschlandweite Weiterleitung der Anfragen gesorgt", berichtet Fichtmüller und ergänzt: „Im Mittelpunkt unserer Beratung steht der Einsatz von niederschwelligen Hilfestellungen für die selbstbestimmte Lebensführung. Der ASB wird hier ein guter Lotse sein."

Pressefotos: http://www.medienkontor.net/index.php?id=271

Presserückfragen:

Uwe Martin Fichtmüller (ASB Sachsen), Tel.: 0172 - 66 00 669

Edwin Seifert (MEDIENKONTOR, Pressearbeit), Tel.: 0173 - 1857930